Mag. Hubert Ober­rei­ter

„Der Mensch bedarf des Men­schen, um ein Mensch zu wer­den.“

Johan­nes R. Becher, 1891–1958
Ich lebe mit mei­nen zwei Töch­tern in der Stadt Salz­burg. Gemein­sam genie­ßen wir das viel­sei­ti­ge fami­liä­re, gesell­schaft­liche, kul­tu­rel­le und sport­li­che Leben in die­ser wun­der­ba­ren natur­na­hen Stadt. Für mei­nen per­sön­li­chen Aus­gleich zur Arbeit und den täg­li­chen Anfor­de­run­gen des Lebens gehe ich ger­ne in die Ber­ge und umlie­gen­den Wäl­der und genie­ße die schö­ne Natur des Salz­kam­mer­guts mit ihren traum­haft schö­nen Seen.

Mei­ne drei gro­ßen Lei­den­schaf­ten sind neben den Akti­vi­tä­ten mit mei­nen Töch­tern und Freun­den, die Musik und das Rei­sen.  » mehr

Ich spie­le seit mei­ner Jugend Kon­tra­bass und Bass und das über vie­le Jah­re hin­weg in ver­schie­de­nen Bands. Mitt­ler­wei­le spielt sich die akti­ve Musik nicht mehr auf den Büh­nen ab, son­dern eher mit der Gitar­re im Wohn­zim­mer. Mei­ne Kin­der unter­stüt­zen mich tat­kräf­tig mit Gitar­re und Gei­ge. Das Rei­sen ist eine wei­te­re gro­ße Lei­den­schaft – dabei bin ich zumeist mit dem Motor­rad unter­wegs und erkun­de die Land­schaf­ten und Kul­tu­ren der euro­päi­schen Län­der. Ein Umstand, wel­cher mei­nem Beruf als Psy­cho­lo­ge und ange­hen­der Psy­cho­the­ra­peut sehr gele­gen kommt, ist mein Inter­es­se am Men­schen, den Kul­tu­ren und dem Erle­ben. Die­sem Drang kann ich auf mei­nen Rei­sen gut nach­kom­men und dies ergänzt sich gut mit mei­ner Lei­den­schaft fürs Motor­rad­fah­ren.

Was ist .…

Psy­cho­kar­dio­lo­gie
Herz und See­le sind eng mit­ein­an­der ver­bun­den, so kann eine Herz­er­kran­kung, zB ein Herz­in­farkt, zu see­li­schen Fol­ge­krank­hei­ten (wie Angst, Unru­he, Schlaf­lo­sig­keit, Depres­si­on) füh­ren. Umge­kehrt kann sich so man­ches see­li­sche Pro­blem (Über­las­tung, Stress, Bur­nout, Depres­si­on) auf das gesun­de Herz schla­gen und dabei eschwer­den, wie Herz­eng Beklem­mung, Herz­stol­pern, ver­ur­sa­chen. Daher ist nach einer kar­dio­lo­gi­schen Abklä­rung oft­mals die Ein­be­zie­hung einer kli­nisch-psy­cho­lo­gi­schen/­psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Unter­stüt­zung und Beglei­tung sinn­voll und rat­sam, um krank­ma­chen­de see­li­sche Fol­gen einer Herz­er­kran­kung abzu­fan­gen oder nach Aus­schluss einer orga­ni­schen Herz­er­kran­kung mit den krank­ma­chen­den see­li­schen Ursa­chen bes­ser umzu­ge­hen und die­se zu bewäl­ti­gen.

Neben mei­ner mehr­jäh­ri­gen Tätig­keit in der ambu­lan­ten kar­dio­lo­gi­schen Reha­bi­li­ta­ti­on am Uni­ver­si­täts­in­sti­tut für Sport­me­di­zin habe ich nun auch die Mög­lich­keit mei­ne Erfah­rung in die „Pra­xis“ umzu­set­zen. Den theo­re­ti­schen Hin­ter­grund lie­fert unter ande­rem die Teil­nah­me an der Fort­bil­dungs­rei­he „Kar­dio­lo­gi­sche Prä­ven­ti­on und Reha­bi­li­ta­ti­on“ der Öster­rei­chi­schen Ärz­te­kam­mer: Psy­cho­kar­dio­lo­gie, Kurs I (März 2014).

Im Qua­li­täts­zir­kel für Herz und Psy­che, dem ich seit 2010 bei­woh­ne, habe ich zusätz­lich die Mög­lich­keit des qua­li­täts­vol­len inhalt­li­chen Aus­tau­sches mit ande­ren erfah­re­nen Psy­cho­the­ra­peu­ten, die sich in beson­de­re Wei­se dem Zusam­men­wir­ken von Herz und Psy­che ver­schrie­ben haben.

Per­so­nen­zen­trier­te Psy­cho­the­ra­pie
Der per­son­zen­trier­ten Psy­cho­the­ra­pie liegt die Über­zeu­gung zugrun­de, dass jeder Mensch die Mög­lich­keit zur kon­struk­ti­ven per­sön­li­chen Ent­wick­lung und zur Selbst­ver­wirk­li­chung in sich trägt. Weil die per­sön­li­che Ent­wick­lung in der zwi­schen­mensch­li­chen Bezie­hung statt­fin­det, bie­te ich Ihnen eine för­der­li­che Bezie­hung an. Als ange­hen­der per­son­zen­trier­ter Psy­cho­the­ra­peut begeg­ne ich Ihnen mit Echt­heit, mit unbe­ding­ter Wert­schät­zung und mit ein­füh­len­dem Ver­ste­hen. Sie kön­nen sich dadurch Ihrem Erle­ben und Ihren Ver­hal­tens­wei­sen selbst wert­schät­zend zuwen­den, die­se ver­ste­hen, sie in ihr Selbst­kon­zept inte­grie­ren und so inne­re Frei­heit gewin­nen.

Die per­son­zen­trier­te Psy­cho­the­ra­pie wur­de von Carl R. Rogers begrün­det. Eine zen­tra­le Aus­sa­ge von Rogers ist: Jeder Mensch hat ein uner­mess­li­ches Poten­ti­al zu Wachs­tum und Ent­fal­tung in sich. Durch unter­schied­li­che Erfah­run­gen kann die­ses Poten­ti­al ein­ge­schränkt bzw. blo­ckiert sein. In einem Kli­ma, das geprägt ist von Wert­schät­zung, Respekt, Ver­trau­en und empa­thi­schem Ver­ste­hen ist es mög­lich, Zugang zu die­sem Poten­ti­al zu fin­den, dem eige­nen Erle­ben wie­der Aus­druck zu ver­lei­hen und als Per­son zu wach­sen und zu rei­fen. Der The­ra­peut hört auf­merk­sam zu. Äuße­run­gen, Befind­lich­kei­ten und Stim­mun­gen der Kli­en­tin oder des Kli­en­ten wer­den gemein­sam genau­er erforscht – mit dem Ziel, die inne­re Welt der Kli­en­tin oder des Kli­en­ten zu ver­ste­hen. So ent­deckt der Kli­ent oder die Kli­en­tin im Lau­fe der The­ra­pie die Beson­der­heit der eige­nen Lebens­ge­schich­te.

Per­sön­li­ches Erlei­den, typi­sche Ver­hal­tens­wei­sen kön­nen bes­ser ver­stan­den wer­den. Dadurch wird es mög­lich für sich selbst und ande­re ein höhe­res Maß an Ach­tung und Wert­schät­zung auf­zu­brin­gen und dem eige­nen Wesen gerech­ter zu wer­den. Neue Sicht­wei­sen und Pro­blem­lö­sun­gen ent­wi­ckeln sich dar­aus.

Sche­ma­the­ra­pie
Die Sche­ma­the­ra­pie ist eine Form der Psy­cho­the­ra­pie. Die Sche­ma­the­ra­pie geht davon aus, dass es bestimm­te erlern­te Grund­sche­ma­ta („Glau­bens­sät­ze“) gibt, die dar­auf abzie­len, die see­li­schen Grund­be­dürf­nis­se zu befrie­di­gen und hier­zu das Ver­hal­ten von Men­schen steu­ern.

Nach Jef­frey Young kön­nen vie­le in der Kind­heit ent­stan­de­ne nega­ti­ve Mus­ter das gan­ze Leben beein­flus­sen, wobei fast jeder Mensch ein Bün­del vol­ler Selbst­zwei­fel, Unsi­cher­hei­ten und Ängs­ten durchs Leben trägt. Das ist zwar nor­mal, aber wenn die­se Gefüh­le das gan­ze Dasein über­schat­ten, ist man mög­li­cher­wei­se in einer „Lebens­fal­le“ gefan­gen. Als Lebens­fal­len bezeich­net Young nega­ti­ve Mus­ter, die in der Kind­heit ent­ste­hen und sich wie ein roter Faden durch das Leben eines Men­schen zie­hen. Geprägt wer­den sie durch Erfah­run­gen mit den Eltern oder ande­ren Kin­dern. Tau­send Mal hören Kin­der, dass sie so, wie sie sind, nicht recht waren. Sie waren zu zap­pe­lig, zu laut, zu vor­laut, zu faul, zu ängst­lich, zu dumm. So wur­de ein tie­fes Miss­trau­en sich selbst gegen­über begrün­det.

Die Sche­ma­the­ra­pie fin­det erfolg­reich Anwen­dung bei der Behand­lung chro­ni­scher erkrank­ter Pati­en­ten mit Depres­sio­nen, Angst­stö­run­gen, Per­sön­lich­keits­stö­run­gen (ins­be­son­de­re Bor­der­line- und Nar­ziss­ti­sche Per­sön­lich­keits­stö­rung), aber auch bei Ess­stö­run­gen und Sub­stanz­mit­tel­miss­brauch.

Durch mei­ne Tätig­keit in der Sucht­the­ra­pie im sta­tio­nä­ren Betrieb habe ich die Wirk­sam­keit und gute Anwend­bar­keit der Sche­ma­the­ra­pie zu schät­zen gelernt und bie­te die­se Form der Psy­cho­the­ra­pie auch in der Pra­xis an.

Psy­cho­lo­gi­sche Bera­tung
Die psy­cho­lo­gi­sche Bera­tung bie­tet in vie­len ver­schie­de­nen Lebens­be­rei­chen Unter­stüt­zung und kann hel­fen ein kla­res Ver­ständ­nis für ein Pro­blem zu ent­wi­ckeln, pas­sen­de Bewäl­ti­gungs­stra­te­gi­en zu för­dern und vor­han­de­ne Res­sour­cen zu nüt­zen. Psy­cho­lo­gi­sche Bera­tung ist ein kurz­fris­ti­ges, res­sour­cen- und lösungs­ori­en­tier­tes Set­ting und hat ein klar for­mu­lier­tes Ziel. Mei­ne Auf­ga­be ist es, Sie in der Erar­bei­tung und Fin­dung von Lösungs­mög­lich­kei­ten zu unter­stüt­zen.
Kli­nisch-psy­cho­lo­gi­sche Dia­gnos­tik und Behand­lung
Die kli­nisch-psy­cho­lo­gi­sche Behand­lung umfasst die Behand­lung von psy­chi­schen und kör­per­li­chen Erkran­kun­gen unter Ver­wen­dung bewähr­ter Behand­lungs­an­sät­ze und Ele­men­te aus den unter­schied­li­chen the­ra­peu­ti­schen Schu­len. Das Ziel der psy­cho­lo­gi­schen Behand­lung ist die För­de­rung und Erhal­tung der see­li­schen und kör­per­li­chen Gesund­heit, bzw. die Lin­de­rung oder Besei­ti­gung von Lei­dens­zu­stän­den.

Die kli­nisch-psy­cho­lo­gi­sche Dia­gnos­tik ist die Unter­su­chung von Men­schen, die unter einer kör­per­li­chen Erkran­kung, bei der psy­chi­sche Fak­to­ren eine Rol­le spie­len, oder unter psy­chi­schen Stö­run­gen lei­den. Die Dia­gnos­tik wird auch ein­ge­setzt, wenn der Ver­dacht auf eine krank­heits­wer­ti­ge Stö­rung besteht. Dabei wer­den mit wis­sen­schaft­li­chen Metho­den die Per­sön­lich­keits­struk­tur, die psy­chi­sche Befind­lich­keit sowie Art und Aus­maß der psy­chi­schen Beein­träch­ti­gung und Leis­tungs­fä­hig­keit bzw. deren Ein­schrän­kung unter­sucht. Auf Basis der Unter­su­chungs­er­geb­nis­se ent­schei­det der kli­ni­sche Psy­cho­lo­ge über even­tu­ell erfor­der­li­che Bera­tungs- und Behand­lungs­maß­nah­men, erstellt Befun­de, Gut­ach­ten und Zeug­nis­se.

Gesund­heits­psy­cho­lo­gie
Die Gesund­heits­psy­cho­lo­gie ist ein Teil­ge­biet der Psy­cho­lo­gie. Zu den Haupt­auf­ga­ben von Gesund­heits­psy­cho­lo­gin­nen und ‑psy­cho­lo­gen gehö­ren:
 
• Durch­füh­rung geeig­ne­ter Maß­nah­men für die För­de­rung und Erhal­tung der Gesund­heit
• Bestim­mung von Risi­ko­ver­hal­tens­wei­sen
• Mit­wir­kung bei der Vor­beu­gung (Prä­ven­ti­on) von Krank­heit, Unter­stüt­zung bei der Bewäl­ti­gung von Erkran­kun­gen und die Wie­der­her­stel­lung (Reha­bi­li­ta­ti­on) von Gesund­heit mit­tels psy­cho­lo­gi­scher Metho­den
• die Mit­ar­beit bei der Ver­bes­se­rung des gesund­heit­li­chen Ver­sor­gungs­sys­tems
 
Gemein­sam mit ande­ren Berei­chen der Gesund­heits­wis­sen­schaf­ten beschäf­tigt sie sich nicht nur mit der Fra­ge „Was macht den Men­schen krank und wie las­sen sich Krank­heits­ri­si­ken ver­mei­den?“ son­dern auch mit der Fra­ge „Was hält den Men­schen gesund, was macht ihn trotz Risi­ken und Belas­tun­gen sta­bil?“.

Arbeitsschwerpunkte und Leistungen

Mei­ne kli­nisch-psy­cho­lo­gi­schen und psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Arbeits­schwer­punk­te lie­gen unter ande­rem in der Behand­lung von affek­ti­ven Stö­run­gen, wie der Depres­si­on, Manie, Bipo­la­ren Stö­rung und Dys­thy­mie. Über mei­ne lang­jäh­ri­ge Tätig­keit in der Sucht­hil­fe Kli­nik Salz­burg, in der ich mich in beson­de­rer Wei­se mit Such­ter­kran­kun­gen, wie der Alko­hol­sucht, Dro­gen­sucht und Medi­ka­men­ten­ab­hän­gig­keit beschäf­ti­ge, bin ich zusätz­lich mit komor­bi­den Stö­run­gen kon­fron­tiert, die es zu behan­deln gilt.  

Neben den bereits genann­ten affek­ti­ven Stö­run­gen sind dies vor­der­grün­dig Angst­er­kran­kun­gen, Panik­at­ta­cken, Pho­bi­en psy­cho­so­ma­ti­sche Beschwer­den, Per­sön­lich­keits­stö­run­gen und- akzen­tu­ie­run­gen, sowie Bur­nout und Schlaf­stö­run­gen. Ein Groß­teil der Pati­en­ten hat in sei­ner frü­he­ren Lebens­ge­schich­te ein­schnei­den­de Erleb­nis­se – Trau­ma­ta — erfah­ren, die natür­lich in spe­zi­el­ler Wei­se behan­delt wer­den kön­nen. Lebens­kri­sen, Belas­tungs­re­ak­tio­nen und Anpas­sungs­stö­run­gen sind eben­falls häu­fig Teil der Komor­bi­di­tä­ten und Beschwer­den.. » mehr

 

Über mei­ne Arbeit am Insti­tut für reha­bi­li­ta­ti­ve Sport­me­di­zin habe ich in der ambu­lan­ten kar­dio­lo­gi­schen Reha viel Erfah­rung im Umgang mit Herz­er­kran­kun­gen gesam­melt. Die psy­cho­kar­dio­lo­gi­sche Arbeit ist sicher­lich auch in der Pra­xis des Gesund­heits­zen­trums als Schwer­punkt her­vor­zu­tun. Es ist dies im Spe­zi­el­len die The­ra­pie nach schwe­ren Erkran­kun­gen, wie dies eine Herz­er­kran­kung dar­stellt. Es sind dies nicht nur die häu­fig auf­tre­ten­den Fol­gen, wie Anpas­sungs­stö­run­gen, Ängs­te und Depres­sio­nen, son­dern auch Her­zängs­te, die kei­nen soma­ti­schen Befund zei­gen.

Stress­be­wäl­ti­gung, Psy­choedu­ka­ti­on und Ent­span­nungs­trai­ning sind neben kli­nisch-psy­cho­lo­gi­schen Inter­ven­tio­nen und psy­cho­the­ra­peu­ti­schem Vor­ge­hen zusätz­li­che unter­stüt­zen­de Ver­fah­ren und Maß­nah­men die ich in die The­ra­pie ein­brin­ge.

Auf Grund mei­ner viel­fäl­ti­gen Erfah­run­gen im psy­cho­so­zia­len Feld ste­he ich ger­ne für Super­vi­si­on im Ein­zel- als auch im Grup­pen­set­ting zur Ver­fü­gung.

Zu guter Letzt bie­te ich mei­ne Erfah­run­gen aus der ver­kehrs­psy­cho­lo­gi­schen Tätig­keit für Trai­ning und Beglei­tung bei ver­kehrs­psy­cho­lo­gisch rele­van­ten Fra­ge­stel­lun­gen an.

Häufige psychische Erkrankungen

Depres­si­on
Depres­si­on ist eine ernst­zu­neh­men­de psy­chi­sche Erkran­kung, die das gesam­te Wohl­be­fin­den des betrof­fe­nen Men­schen stark beein­träch­tigt und einer geziel­ten Behand­lung bedarf. Depres­sio­nen zäh­len zu den häu­figs­ten psy­chi­schen Erkran­kun­gen – ca. 20% aller Men­schen erkran­ken ein­mal in ihrem Leben an einer Depres­si­on. Bei Frau­en wird die­se Erkran­kung dop­pelt so häu­fig dia­gnos­ti­ziert wie bei Män­nern, wobei der Anteil der Män­ner ten­den­zi­ell zunimmt. Trotz der gro­ßen Anzahl an Erkrank­ten, fällt es Betrof­fe­nen oft schwer dar­über zu spre­chen und sich adäqua­te Hil­fe zu suchen. Die Sym­pto­me einer Depres­si­on kön­nen sich auf ver­schie­de­nen Ebe­nen aus­wir­ken und das mensch­li­che Ver­hal­ten und Erle­ben auf viel­fäl­ti­ge Wei­se beein­träch­ti­gen. Manch­mal ver­steckt sich die Depres­si­on auch hin­ter kör­per­li­chen Beschwer­den. Die Krank­heit kann sich dem­nach auf ganz unter­schied­li­che Arten zei­gen.

Befind­lich­keits­stö­run­gen
Nie­der­ge­schla­gen­heit und Trau­rig­keit, Antriebs­schwä­che, nahe­zu stän­di­ges Grü­beln, Ener­gie- und Lust­lo­sig­keit, Schuld­ge­füh­le, Kon­zen­tra­ti­ons­schwä­che, Ver­min­der­tes Selbst­wert­ge­fühl, Hoff­nungs­lo­sig­keit, Ver­lust von Inter­es­sen, Sozia­ler Rückzug/Isolation, Selbst­mord­ge­dan­ken

Kör­per­li­che Sym­pto­me
Erhöh­te Müdig­keit und Erschöp­fung, Schlaf­stö­run­gen, Ver­än­de­run­gen im Appe­tit, Gewichts­ver­lus­t/-zunah­me, Nach­las­sen des sexu­el­len Ver­lan­gens, Inne­re Unru­he, Magen-/Darm­stö­run­gen, Schmer­zen

Die Anzei­chen, wie sich Depres­si­on äußern, sind bei Män­nern oft etwas anders als bei Frau­en. Es fin­den sich bei Män­nern u. a. häu­fi­ger fol­gen­de Merk­ma­le: Unzu­frie­den­heit, erhöh­te Gereizt­heit, unan­ge­mes­se­ne Wut- und Aggres­si­ons­aus­brü­che, ris­kan­tes Ver­hal­ten oder über­mä­ßi­ger Alko­hol­kon­sum.

Angst­er­kran­kung
Angst ist ein nor­ma­les Gefühl, das jeder Mensch kennt. Angst über­nimmt beim Auf­tre­ten poten­ti­el­ler Gefah­ren eine wich­ti­ge Warn- und Schutz­funk­ti­on. In die­sen Situa­tio­nen fun­gie­ren Angst­re­ak­tio­nen als Alarm­si­gna­le, die bei Besei­ti­gung von Gefah­ren hilf­reich und lebens­wich­tig sind. Wer­den die Ängs­te jedoch unver­hält­nis­mä­ßig stark und tre­ten auch ohne rea­le Bedro­hung auf, han­delt es sich um krank­haf­te Ängs­te. Die­se Angst­zu­stän­de stel­len für Betrof­fe­ne eine deut­li­che Ein­schrän­kung in ihrer Lebens­qua­li­tät und in der Erle­di­gung ihres All­ta­ges dar, denn über­mä­ßi­ge Angst lähmt und blo­ckiert Ver­hal­ten und Den­ken. Län­ger­fris­tig anhal­ten­de oder nicht behan­del­te Beschwer­den kön­nen zudem zum Aus­lö­ser ande­rer psy­chi­scher Lei­dens­zu­stän­de wer­den (z.B. Depres­si­on, Sucht­ver­hal­ten).
Angst­stö­run­gen sind eine häu­fig auf­tre­ten­de psy­chi­sche Erkran­kung — ca. 15–20 % aller Men­schen sind davon betrof­fen. Angst­stö­run­gen kom­men bei Frau­en dop­pelt so oft vor wie bei Män­nern.

Angst­stö­run­gen wir­ken sich auf der kör­per­li­chen, emo­tio­na­len und gedank­li­chen Ebe­ne sowie im Ver­hal­ten aus. Die Beschwer­den kön­nen in ver­schie­de­nen Kom­bi­na­tio­nen auf­tre­ten. Da die Sym­pto­me oft kör­per­li­chen Erkran­kun­gen ähneln, ist eine sorg­fäl­ti­ge Abklä­rung durch Psy­cho­lo­gIn­nen und Ärz­tIn­nen not­wen­dig.

Gene­ra­li­sier­te Angst­stö­rung
Bei einer gene­ra­li­sier­ten Angst­stö­rung kommt es zu lang anhal­ten­der Angst, die nicht auf eine bestimm­te Situa­ti­on oder ein bestimm­tes Objekt gerich­tet ist und kei­nen äuße­ren Aus­lö­ser hat. Die Betrof­fe­nen machen sich stän­dig über­trie­be­ne und unkon­trol­lier­ba­re Sor­gen und haben meist kör­per­li­che Begleit­sym­pto­me.

Panik­stö­rung
Panik­stö­rung bezeich­net das wie­der­hol­te Auf­tre­ten von inten­si­ver Angst, zumeist in Form einer plötz­li­chen (Panik-) Atta­cke ohne ersicht­li­chen Anlass. Cha­rak­te­ris­tisch für Panik­stö­run­gen sind die Viel­zahl von kör­per­li­chen Sym­pto­men sowie wie­der­keh­ren­de Befürch­tun­gen zu ster­ben, die Kon­trol­le zu ver­lie­ren oder einen Herz­in­farkt zu bekom­men.

Pho­bi­sche Angst
Pho­bi­en zei­gen sich als zwang­haf­te Befürch­tun­gen, die sich ange­sichts bestimm­ter Situa­tio­nen (z.B. geschlos­se­ne Räu­me, Höhe, Benut­zung öffent­li­cher Ver­kehrs­mit­tel) und Objek­te (z.B. Tie­re, Blut, Sprit­zen) auf­drän­gen, obwohl die Betrof­fe­nen wis­sen, dass die­se Ängs­te unbe­grün­det sind.

Bur­nout
Bur­nout-Pha­sen
1. Warn­sym­pto­me der Anfangs­pha­se
Cha­rak­te­ris­tisch für die­se Pha­se ist das ver­mehr­te Enga­ge­ment für Zie­le, das zu hoher Arbeits­in­ten­si­tät und lan­gen Arbeits­zei­ten führt; ein in der Arbeits­welt durch­aus erwünsch­tes und posi­tiv ver­stärk­tes Ver­hal­ten.

2. Redu­zier­tes Enga­ge­ment
All­mäh­lich lässt der Anfangs­schwung nach. Hat man sich frü­her noch jeden Tag auf die Arbeit gefreut, begin­nen nun ers­te Pha­sen von “Lust­lo­sig­keit”. Die Reduk­ti­on des Enga­ge­ments erstreckt sich nicht nur auf den beruf­li­chen, son­dern auch auf den pri­va­ten Bereich. Arbeit wird zuneh­mend als unan­ge­nehm und mühe­voll erlebt.

3. Emo­tio­na­le Reak­tio­nen, Schuld­zu­wei­sung
Man stellt sich nun die Fra­gen: War­um macht mir die Arbeit nicht mehr so gro­ßen Spaß? War­um bin ich nicht mehr so leis­tungs­fä­hig? Was hat sich in mir ver­än­dert? Gene­rell wer­den die­se Fra­gen in zwei Rich­tun­gen hin beant­wor­tet. Ent­we­der ich habe mich ver­än­dert, oder mein Umfeld hat sich ver­än­dert. Ich suche ent­we­der die Schuld bei mir oder bei ande­ren. Es kommt ent­we­der zu einer eher depres­si­ven oder aggres­si­ven Pro­blem­ver­ar­bei­tung. Gleich­zei­tig begin­nen sich die Ansprü­che zu erhö­hen. Wäre alles wie­der so wie frü­her, wür­de man sofort wie­der ger­ne und enga­giert arbei­ten. Wür­de man mehr Geld bekom­men oder beför­dert wer­den, wür­de man lie­ber arbei­ten.

4. Abbau
Es kommt zu einem raschen Abbau von Moti­va­ti­on, von Krea­ti­vi­tät, aber auch der kogni­ti­ven Leis­tungs­fä­hig­keit. Jedes noch so kom­ple­xe Pro­blem wird auf ein­fa­che Erklä­rungs­mus­ter redu­ziert, z.B.: Es gibt immer kla­re Schul­di­ge; “wenn die­se Per­so­nen nicht wären, wür­de das Pro­blem gar nicht exis­tie­ren“.

5. Ver­fla­chung
Man erlebt sei­ne Gefüh­le all­mäh­lich wie gefil­tert durch einen Wat­te­bausch. Es gibt nichts mehr über das man sich rich­tig freu­en oder ärgern kann. Man emp­fin­det eher ein dif­fu­ses Gefühl des Unbe­ha­gens, des Lei­dens an sich und sei­ner Umwelt. Sozi­al­kon­tak­te wer­den zuneh­mend gemie­den, da sie als anstren­gend erlebt wer­den. Man war­tet, wenn über­haupt, dass ande­re Kon­takt auf­neh­men. Die Inter­es­sen redu­zie­ren sich auf die Auf­nah­me mög­lichst anspruchs­lo­ser Inhal­te.

6. Ver­zweif­lung
Die Selbst­zwei­fel wer­den von Pha­se zu Pha­se immer stär­ker. Bin ich über­haupt zu etwas geeig­net? War mei­ne Berufs­wahl rich­tig, oder hät­te ich nicht doch ganz etwas ande­res wer­den sol­len? Was bin ich über­haupt wert? War­um lebe ich eigent­lich?

Psy­cho­so­ma­ti­sche Reak­tio­nen
Häu­fig begin­nen sich bereits in der ers­ten Pha­se psy­cho­so­ma­ti­sche Reak­tio­nen auf die stän­di­ge Über­las­tung zu ent­wi­ckeln, die sich zuneh­mend ver­stär­ken und eine Eigen­dy­na­mik ent­wi­ckeln. Dabei kön­nen alle Arten psy­cho-soma­ti­scher Stö­run­gen auf­tre­ten: von Herz-Kreis­lauf Erkran­kun­gen, Stö­run­gen im Magen­darm­be­reich, Beschwer­den im uro­lo­gisch- gynä­ko­lo­gi­schen Bereich bis hin zu Haut­er­kran­kun­gen jeg­li­cher Art. Das Auf­tre­ten der Krank­heit wird oft nicht in Zusam­men­hang mit dem Bur­nout gebracht, sodass die The­ra­pie sich oft aus­schließ­lich an den Krank­heits­sym­pto­men ori­en­tiert und die grund­le­gen­de Über­las­tungs­si­tua­ti­on außer Acht lässt.

Such­ter­kran­kun­gen
Sucht am Bei­spiel der Alko­hol­sucht.
Alko­hol­sucht bedeu­tet eine kör­per­li­che und see­li­sche Abhän­gig­keit von Alko­hol, wobei in Trink­pau­sen phy­si­sche Ent­zugs­sym­pto­me auf­tre­ten. Da der Alko­hol einen äußerst hohen Stel­len­wert im Leben der Betrof­fe­nen besitzt, kommt es in wei­te­rer Fol­ge zu kör­per­li­chen und psy­cho­so­zia­len Schä­den.

Im All­ge­mei­nen spricht man von Alko­hol­krank­heit, wenn jemand ein sehr star­kes Ver­lan­gen nach alko­ho­li­schen Geträn­ken ver­spürt und trinkt, obwohl er auf­hö­ren soll­te. Vie­le Pati­en­ten trin­ken auch heim­lich und neh­men Organ­schä­den in Kauf. Durch das Trink­ver­hal­ten sol­len Ent­zugs­sym­pto­me gemil­dert wer­den und das Den­ken ist stän­dig auf den Alko­hol zen­triert, sodass das sozia­le Leben dar­un­ter lei­det.

Der ame­ri­ka­ni­sche For­scher Prof. Elvin Mor­ton Jel­li­nek unter­schei­det fünf ver­schie­de­ne Alko­ho­li­ker­ty­pen:

1. Alpha-Trin­ker: Die­ser Typ greift zu Alko­hol, um see­li­sche Pro­ble­me leich­ter in den Griff zu bekom­men.

2. Beta-Trin­ker: Auch Gele­gen­heits­trin­ker genannt, sind weder psy­chisch noch phy­sisch süch­tig, aber kön­nen sehr leicht zum Kon­sum ver­lei­tet wer­den.

3. Gam­ma-Trin­ker: Die­se sind Sucht­trin­ker, bei denen sich unauf­fäl­li­ge Pha­sen und Trink­ex­zes­se abwech­seln.

4. Del­ta- oder Spie­gel­trin­ker: Der vier­te Typus sind Del­ta- oder Spie­gel­trin­ker, die eine bestimm­te Men­ge Alko­hol benö­ti­gen, um sich wohl zu füh­len.

5. Epsi­lon-Trin­ker oder Quar­tals­säu­fer: Der letz­te Typ sind die Epsi­lon-Trin­ker oder Quar­tals­säu­fer, die oft meh­re­re Mona­te absti­nent sind, dann aber fol­gen wie­der län­ge­re Epi­so­den, in denen exzes­siv getrun­ken wird.

Laut Jel­li­nek besteht die Krank­heit aus ins­ge­samt vier Pha­sen.

In der Vor­pha­se trinkt man Alko­hol zur Ent­span­nung oder bei gesell­schaft­li­chen Anläs­sen, wobei sich die Alko­hol­to­le­ranz lang­sam erhöht und sich der Kör­per an den Alko­hol gewöhnt.

In der so genann­ten Anfangs­pha­se stei­gert sich das Bedürf­nis zu trin­ken, die ver­stärk­te Abhän­gig­keit wird auch dadurch sicht­bar, dass die ers­ten Glä­ser beson­ders schnell kon­su­miert wer­den. Ers­te Warn­si­gna­le sind alko­hol­be­ding­te Gedächt­nis­lü­cken sowie das Auf­tre­ten von Schuld­ge­füh­len und einem schlech­ten Gewis­sen.

In der kri­ti­schen Pha­se sucht der Betrof­fe­ne eine Erklä­rung für sein Trink­ver­hal­ten, die Abhän­gig­keit lässt sich kaum mehr ver­ber­gen und wird auch von Fami­lie und Freun­den wahr­ge­nom­men. Auf War­nun­gen reagie­ren Alko­ho­li­ker jedoch sehr ver­är­gert und häu­fig zie­hen sie sich auch von Bekann­ten und Freun­den zurück. Vie­le müs­sen bereits regel­mä­ßig am Mor­gen zu Alko­hol grei­fen, um den Tag begin­nen zu kön­nen.

Nun setzt die chro­ni­sche Pha­se ein, in der der Alko­ho­li­ker meh­re­re Tage pro Woche in betrun­ke­nem Zustand ver­harrt und nicht in der Lage ist, sich geis­tig oder kör­per­lich zu betä­ti­gen. Bei vie­len tre­ten auch ers­te alko­ho­li­sche Psy­cho­sen sowie orga­ni­sche Ner­ven­schä­di­gun­gen auf.

Zwang
Wir alle ken­nen ganz nor­ma­le All­tags­zwän­ge. Dabei spre­chen wir ger­ne von lieb gewon­ne­nen Ritua­len oder Ange­wohn­hei­ten. Hier wird zwar sprach­lich eine Unter­schei­dung zu Zwän­gen getrof­fen, aber der Über­gang zu zwang­haf­tem Ver­hal­ten ist flie­ßend. Jeder von uns kennt die Situa­ti­on, dass er gera­de das Haus ver­las­sen hat und sich fragt, ob er die Tür abge­schlos­sen hat, den Herd abge­schal­tet hat oder die Fens­ter geschlos­sen hat. Uns allen ist es schon ein­mal pas­siert, dass wir noch ein­mal umge­kehrt sind und nach­ge­schaut haben. Wir alle ken­nen Men­schen, die es nicht ger­ne haben, wenn ihre gewohn­te Ord­nung durch­ein­an­der gebracht wird und die unge­hal­ten dar­auf reagie­ren, oder die als peni­bel sau­ber gel­ten und ihre Woh­nung tipp topp in Ord­nung hal­ten. Wo ist der Über­gang zum krank­haft zwang­haf­ten?

Bei einer Zwangs­stö­rung sind die­se Gedan­ken oder Hand­lun­gen über­stei­gert, sie sind zeit­rau­bend und mit einem Lei­dens­druck ver­bun­den. Krank­haft wird es, wenn der Tages­ab­lauf von Zwangs­hand­lun­gen oder Zwangs­ge­dan­ken geprägt ist. Ein wenig Ord­nung ist in Ord­nung, stun­den­lan­ges Put­zen aus der Angst vor anste­cken­den Kei­men her­aus nicht mehr.

Wesent­li­che Merk­ma­le einer Zwangs­stö­rung sind wie­der­keh­ren­de Zwangs­ge­dan­ken und Zwangs­hand­lun­gen. Häu­fig wird auch von Zwangs­er­kran­kung gespro­chen. Die­ser Begriff macht deut­lich, dass es sich um eine Krank­heit han­delt. Es gibt drei For­men der Zwangs­stö­rung: Eine Zwangs­stö­rung kann vor­wie­gend aus Zwangs­ge­dan­ken bestehen, sie kann vor­wie­gend aus Zwangs­hand­lun­gen bestehen oder sie kann gemischt mit Zwangs­ge­dan­ken und ‑hand­lun­gen auf­tre­ten.

Per­sön­lich­keits­stö­run­gen
Die Per­sön­lich­keit eines Men­schen ist die Sum­me alle sei­ner psy­chi­schen Eigen­schaf­ten und Ver­hal­tens­mus­ter, die ihm eine indi­vi­du­el­le, wesens­ei­ge­ne Iden­ti­tät ver­lei­hen. Die Per­sön­lich­keit umfasst das Gefühls­le­ben eben­so wie die Wahr­neh­mung, das Den­ken und die Bezie­hung zu ande­ren Per­so­nen. Per­sön­lich­keits­zü­ge unter­schei­den Men­schen von­ein­an­der.

Die Per­sön­lich­keit unter­liegt über die gesam­te Lebens­span­ne eines Men­schen ver­än­der­li­chen Pro­zes­sen. Sie bil­det sich in Abhän­gig­keit von der gene­ti­schen Aus­stat­tung sowie den Lern- und Bezie­hungs­er­fah­run­gen beson­ders in der Kind­heit und dem Erwach­sen­wer­den und kann sich auch im mitt­le­ren und höhe­ren Lebens­al­ter ver­än­dern. So wird bei­spiels­wei­se die Aus­prä­gung des Tem­pe­ra­ments, das von Anfang an in einem gewis­sen Maße Ein­fluss auf die Per­sön­lich­keit nimmt, in hohem Maße als bio­lo­gisch (gene­tisch, prä­na­tal) vor­ge­ge­ben betrach­tet. Beein­flusst durch Rei­fung und Erfah­rung wird das Tem­pe­ra­ment bereits ab dem Klein­kind­al­ter als recht sta­bil ange­se­hen. Die Wahr­neh­mung und Inter­ak­ti­on mit der Umwelt, die bei der Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung eine zen­tra­le Rol­le spielt, wird vom Erzie­hungs­ver­hal­ten, von Lebens­er­eig­nis­sen, Umwelt­be­din­gun­gen und auch der sozia­len Unter­stüt­zung beein­flusst. Posi­ti­ve wie nega­ti­ve Vor­bil­der kön­nen die Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung beein­flus­sen; eben­so wie Gewalt­er­fah­run­gen, Ver­nach­läs­si­gung oder beson­de­re Für­sor­ge. Da es sehr vie­le ver­schie­de­ne Ein­fluss­fak­to­ren für die Aus­bil­dung der Per­sön­lich­keit gibt, ist es selbst­ver­ständ­lich, dass es einen gro­ßen Nor­mal­be­reich gibt.
Die Per­sön­lich­keit ver­leiht eine indi­vi­du­el­le, wesens­ei­ge­ne Iden­ti­tät. Bei extre­men Aus­prä­gun­gen sprich man von einer Per­sön­lich­keits­stö­rung

Per­sön­lich­keits­stö­run­gen kön­nen als extre­me Aus­prä­gung eines Per­sön­lich­keits­stils mit unfle­xi­blen, star­ren und unzweck­mä­ßi­gen Per­sön­lich­keits­zü­gen betrach­tet wer­den, die dabei die Lebens­qua­li­tät des Betrof­fe­nen beein­träch­ti­gen, zu (sub­jek­ti­vem) Leid oder zu häu­fi­gen Kon­flik­ten mit sei­ner Umwelt füh­ren. Abwei­chen­de, unan­ge­pass­te Erle­bens­wei­sen, Erfah­rungs- und Ver­hal­tens­mus­ter schrän­ken dabei den Betrof­fe­nen in sei­ner Zufrie­den­heit und im Errei­chen sei­ner per­sön­li­chen Zie­le ein oder füh­ren zu häu­fi­gen Pro­ble­men mit ande­ren Men­schen oder der Gesell­schaft. Unter „unan­ge­passt“ ver­steht man in die­sem Zusam­men­hang, dass das Ver­hal­ten oder Emp­fin­den merk­lich von den Erwar­tun­gen der Gesell­schaft, dem sozio­kul­tu­rel­len Umfeld, abweicht und Pro­ble­me im zwi­schen­mensch­li­chen Bereich zufol­ge hat.

Eine Per­sön­lich­keits­stö­rung liegt vor wenn die­se pro­ble­ma­ti­schen Per­sön­lich­keits­zü­ge sta­bil und lang­dau­ernd vor­lie­gen und bis ins Jugend- oder frü­he Erwach­se­nen­al­ter zurück­ver­folgt wer­den kön­nen. Sie ist kei­ne Fol­ge einer ande­ren psy­chi­schen Stö­rung, der Wir­kung einer Sub­stanz (z.B. Dro­gen, Medi­ka­men­te, Gif­te) oder einer ande­ren Erkran­kung, bei­spiels­wei­se einer Kopf­ver­let­zung, son­dern ent­steht unab­hän­gig davon.

Etwa 8% lei­den in Deutsch­land unter einer Per­sön­lich­keits­stö­rung. Bei psych­ia­tri­schen Pati­en­ten ist die Häu­fig­keit mit 40 bis 60% deut­lich höher. Die ver­schie­de­nen Sub­ty­pen von Per­sön­lich­keits­stö­run­gen, die im Fol­gen­den genau­er beschrie­ben wer­den, kom­men dabei mit sehr unter­schied­li­cher Häu­fig­keit vor. Per­sön­lich­keits­stö­run­gen tre­ten bei Frau­en und Män­nern glei­cher­ma­ßen auf. Nur die anti­so­zia­le Per­sön­lich­keits­stö­rung zeigt eine Häu­fung unter Män­nern, ansons­ten ist die Ver­tei­lung zwi­schen den Geschlech­tern, bezo­gen auf die All­ge­mein­be­völ­ke­rung, aus­ge­wo­gen.

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Kon­takt
Mag. Hubert Ober­rei­ter
Kli­ni­scher- und Gesund­heits­psy­cho­lo­ge
Per­son­zen­trier­ter Psy­cho­the­ra­peuth

oberreiter@gesund5020.at
T +43 650 4604311

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Aus­bil­dun­gen
Stu­di­um der Psy­cho­lo­gie an der Uni­ver­si­tät Salz­burg.

Kli­ni­scher Psy­cho­lo­ge und Gesund­heits­psy­cho­lo­ge am Insti­tut für Ver­hal­tens­the­ra­pie – AVM in Salz­burg.

Ver­kehrs­psy­cho­lo­gi­sche Aus­bil­dung (INFAR) und Cur­ri­cu­lum an AAP in Wien.

Psy­cho­the­ra­peu­ti­sches Pro­pä­deu­ti­kum bei ÖAGG.

Sche­ma­the­ra­pie am Insti­tut für Ver­hal­tens­the­ra­pie in Zusam­men­ar­beit mit dem Insti­tut für Sche­ma­the­ra­pie Frank­furt.

Psy­cho­kar­dio­lo­gie am Insti­tut für Sport­me­di­zin und über die öster­rei­chi­sche Ärz­te­kam­mer in Wien.

Per­son­zen­trier­te Psy­cho­the­ra­pie an der Donau-Uni­ver­si­tät-Krems.

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